Tinkering Arduino

eine kleine Welt der Elektronik.

Buchrezension: Lichteffekte Mit Arduino

Vor ein paar Tagen erhielt ich ein kleines Päckchen mit dem dem Lernpaket “Lichteffekte mit Arduino”. Das habe ich mir genauer angeschaut und möchte meinen Eindruck im heutigen Beitrag zusammenfassen.

Das Lernpaket des Franzis Verlags kam in einer Hochglanzbox, in der ein Arduino kompatibles Board, eine CD mit den Beispielprogrammen und ein wenig Software für Windows und Mac sowie ein rund 200 Seiten dickes Büchlein befand. Ein USB-Kabel lag nicht bei, sollte aber in fast jedem Haushalt vorhanden sein.

Das Board ist mit 20 LEDs ausgestattet. Diese sind auf der Unterseite angebracht und belegen die analogen Pins A0-A5 und die digitalen Pins D0-D13. Das Board habe ich mir kurz angeschaut und erst einmal zu Seite gelegt. Ich war gespannt, was ich in dem Buch alles finden werde.

Das Buch besteht aus folgenden Kapiteln:

  1. Arduino was ist das?
  2. Entwicklungsumgebung
  3. Einfache Programme
  4. Einfache Effekte
  5. EEPROM und Resets
  6. Persistence of Vision
  7. Persistence-of-Vision-Programme generieren
  8. Hinter den Kulissen
  9. Performance Optimierung
  10. Flimmern entfernen
  11. LED-Kamera
  12. Eigene Projekte
  13. Elektronik - Einführung
  14. Arduino Platine
  15. Befehlsübersicht

Ich muss zugeben, dass ich das Buch innerhalb von ein paar Stunden durchgelesen habe ohne auch nur einmal ein Programm auf den Arduino zu laden. Aber zum Inhalt.

Meine Einschätzung versuche ich am Anspruch des Buches aus dem Vorwort zu orientieren. “Das Lenrpaket »Lichteffekte mit Arduino« wurde – genauso wie die Arduino Plattform – für Künstler, Designer und Bastler entwickelt. Es richtet sich ganz besonders an alle, die möglichst schnell erste Ideen umsetzen wollen.”

Im ersten Kapitel “Arduino was ist das?”, welches sich über zwei DIN-A5 Seiten erstreckt, wird kurz auf das Arduino Projekt und die Community eingegangen. Auch dass man im Arduino-Forum nicht beleidigt sein soll, wenn man sich mit “dummen” Fragen dort meldet. Schon hier wird leider ein Manko des Buches sichtbar. Es wird lediglich auf die Seite arduino.cc verwiesen. Das sich das Forum aber unter (forum.arduino.cc)[http://forum.arduino.cc] befindet, vermisst man schon, vor allem wenn sich das Buch an Einsteiger richten soll. Dies zieht sich leider durch das gesamte Buch. Bei Verweisen auf externe Quellen muss man ggf. eine Suchmaschine bemühen.

Das zweite Kapitel “Entwicklungsumgebung” gibt einen kurzen Einblick, wie die Entwicklungsumgebung aussieht. Die Installationsanleitung ist für die drei Betriebssysteme “Windows”, “Linux” und “Apple” sehr kurz gehalten. Aufgefallen ist mir die Installation unter Linux. Hier wird erst in späteren Kapiteln darauf eingegangen, dass es unterschiedliche Distributionen gibt und dass der Paketmanager apt nicht in jeder Distribution verfügbar ist. Von anderen Anleitungen kenne ich auch eine wesentlich ausführlichere Installation unter Windows. Hier spielt sicher auch die Version eine Rolle. Warum sich der Punkt Fehlersuche bei der Installation damit beschäftigt, dass ein Arduino mit Strom versorgt sein muss, leuchtete mir an dieser Stelle nicht ein. Wer Probleme bei der Installation hat, ist sicherlich mit Anleitungen aus dem Internet besser bedient.

Die Kapitel drei und vier (“Einfache Programme” und “Einfache Effekte”) führt anhand von Beispielen in die Programmierung ein. Dabei wird erst das Programm abgedruckt und dann nach und nach erklärt, was die einzelnen Teile des Programms machen und welchen Befehle aus C++ verwendet werden. Das ist ein ungewöhnlicher Ansatz, führt aber schnell zum Ziel. Einsteiger müssen hier eventuell mehrmals blättern, um die verwendeten Befehle oder die Umsetzung der Formel im Quelltext noch einmal anzuschauen. Leser, die schon einmal einen Arduino programmiert haben, lesen hier schnell drüber hinweg.

Das fünfte Kapitel “EEPROM und Resets” steigt dann schon recht tief in die Arduino-Programmierung ein. Hier wird die Verwendung des EEPROMs beschrieben und wie dieser für das Zählen verwendet werden kann. Spätestens hier fällt auf, dass versucht wird, Einsteiger und erfahrenere Arduino Programmierer mit dem selben Kapitel zu bedienen. Uninteressant war das Kapitel nicht, allerdings ging die Lesbarkeit dadurch etwas verloren, da immer noch Programmierkonzepte eingeführt wurden. Für Arduino-Einsteiger ohne Erfahrung in einer Programmiersprache wird es an dieser Stelle schon schwieriger, den roten Faden durch das Kapitel zu behalten.

Die folgenden Kapitel “Persistence of Vision” und “Persistence-of-Vision-Programme generieren” widmen sich der Vorbereitung auf das Kapitel “Malen mit Licht”. Es wird in Kapitel sechs neben Arrays und Markos die für Amtel-Mikrokontroller (Harvard-Architektur) typische Trennung von Programm- und Datenspeicher erläutert und die Verwendung des größeren Programmspeichers für Arduino Programme. Das Kapitel sieben zeigt, nach einer Kurzinstallation der Programmiersprache Python, wie man damit Arduino-Programme (Teile) generieren kann. Das Kapitel acht widmet sich dann dem Themenfeld, wie man mit den 20 LEDs, einer geeigneten Kamera (Belichtungszeit muss sich einstellen lassen können), und dem Grafikprogramm GIMP, Bilder erstellen lassen, die schon auf der Box und dem Bucheinband zu sehen sind.

Comments