Tinkering Arduino

eine kleine Welt der Elektronik.

Buchrezension: Getting Started With Arduino / Arduino Für Einsteiger

eBook Heute möchte ich über das Buch “Getting Started with Arduino” schreiben. Dieses Buch wurde von Massimo Banzi einem Mitbegründer des Arduino Projekts geschreiben. Massimo Banzi kann dadurch viel über die Ziele des Arduinos schreiben.

Hinweis: Ich habe mir dieses Buch als eBook gekauft und auf dem Kindle gelesen, daher möchte ich auch auf dieses Thema am Rande eingehen. Gelesen habe ich das Buch in Englisch, im Buchladen nebenan aber kurz durch die gedruckte deutsche Ausgabe geblättert.

Aufbau

  1. Introduction
  2. The Arduino Way
  3. The Arduino Platform
  4. Really Getting Started with Arduino
  5. Advanced Input and Output
  6. Talking to the Cloud
  7. Troubleshooting

Inhalt

Inhaltlich steigt der Autor damit ein, dass beschrieben wird, wie er mit der Erforschung von elektronischen Schaltkreisen begann und versuchte mit bestehenden auch “defekten” Geräten neues schaffen wollte. Dies zieht sich auch durch den ersten Teil des Buches. Er beschreibt, was er unter dem Arduino Way versteht, das Ausprobieren und Herumspielen, weniger das komplette Verstehen und Aufbau von komplexen Geräten. Er schreibt auch, dass dabei das eine oder andere kaputt gehen kann, die Gefahr aber gering ist und aus einer Spielerei, einem auftretenden Fehler und die Erforschung dieses Fehlverhaltens neues, unerwartetes entstehen kann. Er bezeichnet es als “tinker” oder “tinkering”.

Im dritten Kapitel geht er auf den Arduino selbst ein. Welche Anschlüsse am Arduino zu finden sind, wie die Software installiert wird, ohne im Kapitel selbst auf Probleme bei der Installation einzugehen. Hier wird auf das eigene Kapitel “Troubleshooting” verwiesen.

Im vierten Kapitel werden die ersten kleinen Projekte beschrieben. Es wird neben einer kleinen Schaltung das Programm für den Arduino erklärt. Der Leser erfährt hier, welche Funktionen ein solches Programm immer besitzen muss und wie man die mit Veränderungen des Programms unterschiedliche Reaktionen der Schaltung hervorrufen kann. Für die Leser, für die der Physikunterricht schon sehr lang zurück liegt, wird auch anschaulich am Wasserbeispiel erklärt, was Spannung und Stromstärke ist, wie ein Schalter oder Widerstand funktioniert. Nach und nach wird die Schaltung und das Programm erweitert und der Leser wird immer wieder dazu ermuntert, sich selbst Gedanken zu machen das Programm zu verändern oder auch weiter zu denken. Und den Arduino Way zu gehen.

Kapitel 5 geht, wie die Überschrift schon vermuten lässt, in die Erweiterung der Schaltung ein. Es werden andere Eingabequellen beschreiben, ohne aber jede in einer Schaltung zu verwenden oder in einem Programm einzubinden. Es wird hier speziell auf das Thema analoger Ein- und Ausgaben eingegangen.

Kapitel 6 “Talking to the Cloud” geht dann einen Schritt weiter und zeigt, wie man ein komplexeres Projekt mit dem Arduino planen und umsetzen kann. Beispiel ist eine Lampe, die die Anzahl des Auftretens bestimmter Wörter auf einer Internetseite in eine Farbe umsetzt, in der diese dann leuchtet.

Auf das letzte Kapitel “Toubleshooting” wird des öfteren im Buch verwiesen. In diesem Kapitel wird weniger auf konkrete Fehler eingegangen und wie man darauf reagiert, sondern es werden Konzepte beschrieben, wie man selbst ein Problem löst, in dem man die einzelnen Teile des eigenen Projekts genau untersucht und selbst zu einer Lösung finden kann.

Im Anhang finden sich dann noch allerlei nützlichen Informationen zu einzelnen Bauelementen und einer Referenz der Befehle zur Programmierung des Arduinos.

Vergleich (eBook vs. gedrucktes Buch)

eBook oder gedruckte Fassung? Ich bin ein Fan von eBooks, denn so hat man die Möglichkeit, mal hier mal da weiter zu lesen. Sei es auf dem Weg zur Arbeit oder abends im Bett. Allerdings ist es immer ein Glücksspiel, Bücher für und über Computer oder Programmiersprachen auf einem eReader zu lesen, denn gedruckte Passagen von Programmcode werden oft unbrauchbar dargestellt. In gedruckten Büchern hat man das Problem erkannt und Quelltexte von Beispielprogrammen werden in nichtproportionaler Schrift und in absetzten Bereichen dargestellt.

Darstellungsprobleme von Quelltexten auf eReadern Die Aufbereitung der eBooks ist hier nicht so weit. Ohne Hervorhebung von Kontext durch Farbe, Verwendung von nichtproportionalen Schriftarten und “wilden” Umbrüchen auf Grund der unterschiedlichen Auflösung der eReader wird es sehr schwer längere Programmbeispiele nachvollziehen zu können. Wenn sich ein Programm dann noch über mehrere Seiten erstreckt und dann auch noch sehr viele Funktionsaufrufe enthält, kann man hier nur drüber blättern. Dies ist im Buch von Massimo Banzi nur an sehr wenigen Stellen der Fall. Die Quelltexte erstrecken sich nur über wenige Zeilen und selten über mehr als zwei Seiten.

Fazit

Das Buch bietet sicherlich einen sehr guten Einstieg in die Programmierung eines Arduions, in die Konzepte und lädt dazu ein, mindestens die Schaltungen nachzubauen, wenn nicht sogar sofort zu verändern.

Aus meiner Sicht, die eines doch mehr oder weniger erfahrenen Programmierers (weniger in C) werden die Programme sehr gut erklärt. Aber auch Leser, die noch nie programmiert haben, technisch-affin sind, sollten hiermit klar kommen. Sicherlich ist dann der Schritt zu komplett eigenständigen Projekten etwas schwieriger. Der Autor ermuntert aber, diesen Weg zu gehen. Zu basteln und sich notfalls auch im Internet Hilfe zu suchen. Hier gibt es mittlerweile unterschiedlichste Foren und Gruppen. Neueinsteigern in das Thema Programmierung würde ich doch eher zum gedruckten Buch raten. Die Aufbereitung der Beispielprogramme lassen sich so besser nachvollziehen, man kann mit Buntstiften der Kinder die Schaltpläne etwas einfärben oder eben Notizen einfügen. Allerdings sind auch alle Programme im Internet zu finden, oder als Beispiele der Arduino-Software beigelegt.

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